{"id":2756,"date":"2020-11-03T12:52:16","date_gmt":"2020-11-03T11:52:16","guid":{"rendered":"https:\/\/oktaneum.de\/?p=2756"},"modified":"2021-12-18T13:36:51","modified_gmt":"2021-12-18T12:36:51","slug":"2756","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/oktaneum.de\/index.php\/2020\/11\/03\/2756\/","title":{"rendered":"Es ist Zeit f\u00fcr einen Chronographen. Teil 2."},"content":{"rendered":"<span class=\"rt-reading-time\" style=\"display: block;\"><span class=\"rt-label rt-prefix\">\u231a <\/span> <span class=\"rt-time\">5<\/span> <span class=\"rt-label rt-postfix\">Minuten<\/span><\/span><h1 style=\"text-align: center;\"><b>Die Oktamatic.<br \/>\nMechanik f\u00fcrs Auge.<\/b><\/h1>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4 style=\"text-align: center;\">Das Uhrwerk, das Geh\u00e4use, die Gl\u00e4ser<\/h4>\n<h4 style=\"text-align: center;\">und die L\u00fcnette im Original.&nbsp;<\/h4>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr>\n<p><strong>Es ist an einem Mittwochabend im Sommer. Wir machen es uns am massiven Uhrmachertisch von Peter Schulte in M\u00fcnster bequem. Feinwerkzeuge aller Art stehen parat. Im Regal drehen Uhrenbeweger sch\u00f6ne Handaufzug- und Automatik-Uhren verschiedener Hersteller, um die Funktion und Ganggenauigkeit \u00fcber l\u00e4ngere Zeitr\u00e4ume zu \u00fcberpr\u00fcfen. Wie eigentlich immer ist auch etwas Seltenes dabei. Eine Omega Flightmaster aus Anfang der siebziger Jahre im Traumzustand ist eben aus der \u201eWerkstatt\u201c in den Laufmodus gegangen.&nbsp;Es ist ein besonderer Tag, denn wir halten nach dem Auspacken nun zum ersten Mal das originale Geh\u00e4use der Oktamatic in der Hand. Uhren-Spezialist Schulte ist in seinem Element. Wenn er \u00fcber den Chronographen spricht, leuchten seine Augen wie Rubine.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Peter Schulte: \u201cdas Geh\u00e4use ist exakt so gebaut, wie wir es in Auftrag gegeben haben, ich bin sehr zufrieden mit dem Material, der Qualit\u00e4t und der Optik\u201c.<\/em> Ja. Wir auch. Das Ergebnis \u00fcbertrifft unsere Erwartungen in allen Punkten.<\/p>\n<hr>\n<h4 style=\"text-align: center;\">Die Aufgabe und die Umsetzung.<\/h4>\n<hr>\n<p>Welche Ziele werden bei der Umsetzung verfolgt? Automatische Chronographen sind schlie\u00dflich nicht nur technisch interessant, sie besitzen mindestens zwei weitere unverzichtbare Merkmale: eine meist zeitlose, klassische Optik und robuste Materialien. Die Kunst liegt darin, beides in Einklang zu bringen. Nat\u00fcrlich muss das Design auch beim Geh\u00e4use stimmig sein, Funktion und Alltagstauglichkeit sind jedoch genauso wichtig. Schlie\u00dflich wird eine mechanische Uhr f\u00fcr die Ewigkeit gebaut und daf\u00fcr muss sie nicht nur etwas, sondern fast alles aushalten k\u00f6nnen. Obwohl dem Motorsport so nahe, kommt es dabei nicht unbedingt auf filigranen Leichtbau an, sondern eher auf einfaches Handling im Einsatz, zum Beispiel mit Handschuhen und bei gro\u00dfer K\u00e4lte oder Hitze.<\/p>\n<hr>\n<h4 style=\"text-align: center;\">Sie wird f\u00fcr den harten Einsatz gefertigt.<\/h4>\n<hr>\n<p>Und daf\u00fcr kommt es immer auf das Material an. Letztlich sind Keramik, Edelstahl und geh\u00e4rtetes Glas so robuste Materialien, dass die Uhr im Einsatz auch Kratz- und Schlagfest ist und grobe St\u00f6\u00dfe wegsteckt \u2013 und das bei uneingeschr\u00e4nkter Pr\u00e4zision.<span class=\"Apple-converted-space\">&nbsp;<\/span><\/p>\n<p><i>Peter Schulte: \u201cDie Oktamatic wird sicher kein Leichtgewicht. Das ist auch&nbsp;nicht das Ziel. Wir peilen ein Tragegewicht von etwa 180 Gramm an.\u201c<\/i><span class=\"Apple-converted-space\" style=\"font-style: italic;\">&nbsp;<\/span>Damit spielt sie auch vom Gewichtsniveau her in einer Liga mit vergleichbaren Chronographen von Sinn, Breitling oder Omega.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-2863 border-class img-fluid shadow-sm mb-3\" src=\"https:\/\/oktaneum.de\/wp-content\/uploads\/Oktamatic-Schriftzug2.svg\" alt=\"\" width=\"290\" height=\"220\">\n<p>&nbsp;<\/p>\nngg_shortcode_0_placeholder\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><b>Die Optik und die Materialien<\/b><\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr>\n<h4 style=\"text-align: center;\">Edelstahl. Der Allesk\u00f6nner.<\/h4>\n<hr>\n<p>Die Bezeichnung Edelstahl trifft auf all jene Metalle zu, die einen besonders hohen Reinheitsgrad besitzen. Nachhaltig f\u00fcr die Ewigkeit: f\u00fcr die Uhren-Produktion wird der Edelstahl h\u00e4ufig aus Altmetall gewonnen &#8211; dieses wird erhitzt und verfl\u00fcssigt. Immer wieder, denn um den gew\u00fcnschten Reinheitsgrad zu erhalten, wird umgeschmolzen. So lange, bis der Werkstoff rein und makellos ist.<\/p>\n<p>Das erkaltete Metall kann nach dem Formgie\u00dfen nur mit \u00e4u\u00dfert leistungsf\u00e4higen Werkzeugen bearbeitet werden. Bei der aufwendigen Finish-Politur wird das Geh\u00e4use feingeschliffen und erh\u00e4lt somit seinen Schutz und nat\u00fcrlich den makellosen Glanz. Die Dr\u00fccker und die Krone sind wie der Rest der Uhr wasserdicht. Sie erf\u00fcllen eine Funktion, auf die sie optisch reduziert sind und f\u00fcgen sich harmonisch in das Geh\u00e4use ein.&nbsp;<\/p>\n<hr>\n<h4 style=\"text-align: center;\">Die L\u00fcnette.<\/h4>\n<hr>\n<p>Die Oktamatic besitze eine Tachymeter-Skala aus extrem widerstandsf\u00e4higer Keramik, ein ausdr\u00fccklicher Materialwunsch von Peter Schulte. Der Hersteller Rado hat diesen Werkstoff f\u00fcr Uhren gepr\u00e4gt. Schon Anfang der sechziger Jahre kam mit der DiaStar 1 die erste kratzfeste Uhr auf den Markt, was einer Sensation gleichkam. Bis dahin war das exotische Material vor allem durch den Einsatz in der Raumfahrt bekannt. Die Keramik wird aus dem Pulver von Titankarbid oder Zirkonoxid gewonnen. Es wird in die entsprechende Form gedr\u00fcckt und anschlie\u00dfend im Sinterofen bei hoher Temperatur gebrannt.<span class=\"Apple-converted-space\">&nbsp;<\/span><\/p>\n<p><em>Peter Schulte: \u201eDie Farbe der L\u00fcnette ist schwarz, durch den Spiegeleffekt wirkt die Fl\u00e4che jedoch wie ein sehr dunkles Grau. Diesen Ton sollten wir so exakt wie m\u00f6glich im Zifferblatt wiederholen.\u201c<span class=\"Apple-converted-space\">&nbsp;<\/span><\/em><\/p>\n<hr>\n<h4 style=\"text-align: center;\">Die Funktion der L\u00fcnette.<\/h4>\n<hr>\n<p>Der Begriff Tachymeter ist aus einer Kombination der beiden altgriechischen W\u00f6rter tach\u00fds und m\u00e9tron entstanden, die schnell beziehungsweise Ma\u00dfstab oder Ma\u00df bedeuten.<span class=\"Apple-converted-space\">&nbsp;<\/span><\/p>\n<p><em>Peter Schulte: \u201eBeim Tachymeterring einer Uhr handelt es sich eher um ein Hilfsmittel zum Sch\u00e4tzen von Geschwindigkeiten, als um ein exaktes Messger\u00e4t.\u201c<span class=\"Apple-converted-space\">&nbsp;<\/span><\/em><\/p>\n<p>F\u00fcr eine pr\u00e4zise Messung der aktuellen Geschwindigkeit ist der vom Namen her stark verwandte Tachometer das Ma\u00df der Dinge. Er zeigt zwar jeweils die momentan gefahrene Geschwindigkeit an, doch diese variiert w\u00e4hrend der Fahrt oftmals stark, beispielsweise auf kurvenreichen Strecken, wenn h\u00e4ufig abgebremst und wieder beschleunigt werden muss. Also genau dort, wo das sportliche Fahren am meisten Spa\u00df bringt. Hier bietet die Tachymeter-Skala brauchbare Daten, beispielsweise in Verbindung mit einem Tripmaster bei Oldtimer Rallyes.<span class=\"Apple-converted-space\">&nbsp;<\/span><\/p>\n<hr>\n<h4 style=\"text-align: center;\">Saphirglas, der magische Begriff bei Uhrengl\u00e4sern.<\/h4>\n<hr>\n<p>Es gilt als fast unzerkratzbar \u2013&nbsp;im Alltag kann eigentlich nur Beton oder Diamant dem Saphirglas etwas anhaben. Die Fertigung ist aufwendig und kostenintensiv. Der synthetische Saphir wird auf der Basis von Tonerde hergestellt. Die Fusion erfolgt bei \u00fcber 2000\u00b0 Celsius und unter Beigabe von Wasserstoff und Sauerstoff. Zur anschlie\u00dfenden Stabilisierung der Materie werden die Steine danach nochmals auf 1800\u00b0 Celsius erhitzt. Und dann?<span class=\"Apple-converted-space\">&nbsp;<\/span><\/p>\n<p><em>Peter Schulte: \u201eMit einer Pr\u00e4zision von zwei Hundertstel Millimetern wird das Glas per Diamantschneider auf den passenden Durchmesser geschnitten. Danach kommt die Oberfl\u00e4chenbearbeitung, also das Schleifen der Glasdicke. Erst dann erh\u00e4lt das Glas die \u201ebombierte\u201c (abgerundete) Form.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Die Oktamatic erh\u00e4lt zus\u00e4tzlich zum Glas auf der Oberseite einen Glasboden, durch den die Mechanik des automatischen Aufzugs und das Uhrwerk sichtbar ist.<span class=\"Apple-converted-space\">&nbsp;<\/span><\/p>\n<p><em>Peter Schulte: \u201eWas haltet ihr von der Idee, einen \u201eFueldrop\u201c auf den Rotor zu gravieren, vielleicht zusammen mit der Seriennummer der limitierten Chronographen von 1 bis 16.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Ja, das finden wir ausgesprochen gut. Zur Erinnerung: es wird 16 Exemplare der Uhr geben, passend zum Entstehungsjahr des Oktaneums 2016.<\/p>\n<hr>\n<h4 style=\"text-align: center;\">Was als n\u00e4chstes passiert.<\/h4>\n<hr>\n<p>Zurzeit wird an der anspruchsvollen Umsetzung des Zifferblatts und der Auswahl der Zeiger in den vier geforderten verschiedenen Gr\u00f6\u00dfen gearbeitet. Wie schon im <a href=\"https:\/\/oktaneum.de\/index.php\/2020\/06\/02\/wir-bauen-einen-chronographen\/\">Teil Eins des Specials<\/a> beschrieben, soll sowohl die kleine Minute und Sekunde auf Neun und Drei Uhr (rund vertieft) als auch die Stundenstriche und das Logo (erh\u00f6ht) dreidimensional umgesetzt werden. Und damit wird verraten, dass die Oktamatic keine arabischen oder r\u00f6mischen Zahlen als Indexe (oder Indizes) bekommen wird. Den Uhren-Connaisseur verwundert das vermutlich eher nicht, denn nicht zuletzt in Absprache mit den an der Entwicklung interessierten &#8222;Oktanauten&#8220; war eine m\u00f6glichst ruhige Optik von Anfang an das Ziel.<\/p>\n<p>Zur Erinnerung: das Geh\u00e4use wurde von&nbsp;drei auf zwei Dr\u00fccker und das Kaliber von vier auf zwei (sichtbare) Komplikationen reduziert, um eine optimale Ablesbarkeit und ein klares Design zu erzielen. Diese, auch &#8222;Bicompax&#8220; genannte Anordnung verleiht dem Chronographen nun die finale Bezeichnung. OKTAMATIC f\u00fcr &#8222;unendlich angetrieben&#8220; und BICOMPAX f\u00fcr &#8222;zwei Komplikationen&#8220;.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-2863 border-class img-fluid shadow-sm mb-3\" src=\"https:\/\/oktaneum.de\/wp-content\/uploads\/Oktamatic-Schriftzug2.svg\" alt=\"\" width=\"290\" height=\"220\">\n<p>&nbsp;<\/p>\n<a href=\"https:\/\/oktaneum.de\/wp-content\/uploads\/Bicompax-Schriftzug-1.svg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-2887 border-class img-fluid shadow-sm mb-3\" src=\"https:\/\/oktaneum.de\/wp-content\/uploads\/Bicompax-Schriftzug-1.svg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"14\"><\/a>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Neben den Design-Komponenten f\u00fcr das Blatt steht auch eine Auswahl von Armband, Schlie\u00dfe und Box im Projektbuch. Wie das aussehen wird und was danach passiert, gibt es im Teil Drei dieses Special zu lesen. Bald wird sich die erste Oktamatic Bicompax mit dem ETA-Valjoux 7753 im Uhrenbeweger freilaufen. Und dann wird die Uhr zum ersten Mal in ihrem Gesamteindruck pr\u00e4sentiert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h6 style=\"text-align: center;\"><strong>Text: Arndt Hovestadt &nbsp; &nbsp;Fotos: Hubertus Huvermann<\/strong><\/h6>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr>\n<h4 style=\"text-align: center;\">Der Uhrzeigersinn.<\/h4>\n<hr>\n<h5><strong>Schon gewusst? Der Aufbau des Zifferblatts ist \u2013 von der n\u00f6rdlichen Hemisph\u00e4re aus betrachtet \u2013 an den Lauf der Sonne angelehnt. Beim Blick nach S\u00fcden geht sie links (im Osten) auf, steht Mittags am h\u00f6chsten und geht rechts (im Westen) unter. Dies erkl\u00e4rt den Zahlenverlauf im Uhrzeigersinn und dass die 12 oben steht.<\/strong><\/h5>\n ","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Oktamatic. 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