Es ist Zeit, einen Chronographen zu bauen. Teil 1.
4 Minuten


Eine Automatik-Uhr treibt nicht nur sich selbst an.

Sie bewegt auch ihren Träger.

 

 

Sie passt zu klassischen Automobilen genau wie zu Sammlerfahrzeugen, weil sie ähnlichen Grundsätzen folgt: Um etwas anzutreiben, wird mechanische Präzision eingesetzt und das ist durchaus zweideutig gemeint. Denn zusätzlich zur technischen Komponente bilden Stil, Design und Werthaltigkeit etwas ab, das einfach weit über die Funktion als Uhr hinausgeht. Armbanduhren mit eigenem „Motor“ gelten schon immer auch als Schmuck für Frauen und Männer und werden eher vererbt statt verbraucht.

Statt aus der Mode zu kommen werden sie als Ausdruck persönlicher Individualität eingesetzt und wahrgenommen. Chronographen bilden zusätzlich die sportliche Komponente ab. Sie sind die Zeitmesser im wahren Sinne, erinnern an glorreiche Zeiten des Motorsports und verströmen Rennstrecken-Flair.

Doch eine wichtige Eigenschaft trennt sie endgültig von ihren Quarz- oder Smart-Watch-Geschwistern: mechanische Uhren halten sprichwörtlich ewig. Und sind damit zeitlos.

 

Mit anderen Worten sind mechanische, automatische Chronographen das Salz in der Suppe vieler Liebhaber klassischer und oft sportlicher Fortbewegungsmittel. Es gibt Uhren-Manufakturen, die sich teilweise oder sogar ausschließlich über genau diesen Bereich definieren, zum Beispiel weil sie Teil der historischen Entwicklung im Rennsport waren oder bis heute sind. Da wären zum Beispiel TAG Heuer, Rolex, Omega und Chopard, um nur einige zu nennen. 

 


Wir ,,Oktanauten“ finden, dass an der es Zeit ist, einen eigenen limitierten automatischen Chronographen zu bauen. In einer Auflage von exakt sechzehn Stück. Diese Zahl und keine andere, weil das Oktaneum im Jahr 2016 gegründet wurde.


 

Nur: was benötigt man, um das zu tun? Da wäre zuallererst einmal jemand, der dieses Handwerk bis ins Detail versteht und der auch einen persönlichen Zugang zum Thema klassischer Automobile hat. Das ist Peter Schulte aus Münster. Peter Schulte liebt Uhren. Er sammelt, restauriert und repariert sie leidenschaftlich gerne und beherrscht die komplexe Technik im Schlaf.
Schon oft hatten wir Gespräche über dieses schöne Thema in der Vergangenheit. Gemeinsam haben wir nun überlegt, welche Parameter zu einer Umsetzung eines solchen Projektes nötig sind. Und welche technische und optische Qualität diese haben sollte. Dieser Punkt war schnell abgehakt, denn die Uhr soll erstklassig werden.

 

Der Vorschlag vom Experten Peter Schulte: wir verwenden ein Uhrwerk, welches passend zu einer Sportuhr sehr belastungsfähig, von der Qualität her über alle Zweifel erhaben und in den Sammleruhren verschiedener Hersteller verbaut ist: das ETA-Valjoux 7750. Um ganz genau zu sein, dessen Schwesterkaliber 7753, weil es die Totalisatoren auf neun, sechs und drei Uhr hat, wobei der Stundenzähler keine wirklich relevante Funktion hat und deshalb auch nicht „auf sechs Uhr“ zum Einsatz kommen sollte. Als Folge daraus wurde schon ganz früh klar, dass die Uhr eine charakteristische und ruhige Optik haben wird. Nämlich eine gewisse „horizontale Präsenz“, genau wie in den meisten klassischen Auto-Armaturenbrettern. Dadurch wurde auch die Umsetzung einer Datumsanzeige obsolet, denn diese hätte auf „vier Uhr“ stehen müssen, was den gewünscht schlichten, symmetrischen Aufbau des Zifferblatts stören würde. Schließlich möchte ja auch niemand die Zeituhr seines Automobils schräg unten neben dem Zündschloss suchen müssen. Der nächste wesentliche Schritt war das Design und die Bauart des einzusetzenden Gehäuses. Die Krone und die Drücker hatten ihren Platz durch die Auswahl des Werks bereits klar zugewiesen. Das Material sollte aus mattiertem oder poliertem Edelstahl bestehen und die Uhr einen Glasboden bekommen, damit man das Werk und den Rotor bei ihrer Arbeit betrachten kann. Ein Mineralglas mit dementsprechender Optik, Härte und Alltagstauglichkeit waren uns ebenfalls wichtig. Final sollte die zum Motorsport passende Tachymeter-Lunette aus hochgradig widerstandsfähiger Keramik bestehen. Das Zifferblatt einer hochwertigen und vor allem funktionalen Uhr muss eine uneingeschränkte Lesbarkeit aufweisen, klassisch anmuten und handwerklich perfekt ausgeführt sein. Hier war früh klar, dass es nicht einfach bei einem bedruckten Blatt bleibt, sondern Tiefe und Brillanz und Materialmix durch ein dreidimensionales Design erfolgen wird. Apropos Design. Es gibt eine Vielzahl von Uhren für alle möglichen Geschmäcker am Markt, aber nur wenige sind von wirklich zeitloser Eleganz, treffen auch den Geschmack vieler und sind damit Benchmark. Denn nicht weniger als diese zu erreichen ist unser Ziel.
Ein wesentlicher Punkt fehlte jedoch noch: der Name. Oktaneum ist von „Oktan“ abgeleitet und messbarer Faktor für Kraftstoff-Qualität. OKTA (lat. „Acht“) ist die Zahl, die für Unendlichkeit steht, MATIC steht für den Anrieb. Zusammengefasst also „Unendlich angetrieben“.

Da die Uhr ein limitiertes Sammlerstück vom Oktaneum wird, nennen wir die Uhr also „OKTAMATIC“ mit dem „Fueldrop“ als Logo.

 

Da sind wir nun. Mitten im Prozess, eine Uhr für „Oktanauten“ zu designen und mit Peter Schulte umzusetzen. Die Entwicklung bis zur fertigen Uhr, einzelne Elemente, das Design und die Umsetzung erscheint an dieser Stelle in vier Teilen. Weiter geht es in Kürze mit „Es ist Zeit, einen Chronographen zu bauen, Teil 2“. Thema: Die Vorstellung von Uhrwerk, Gehäuse, Gläsern und Lunette im Original. 

 

 

 

Das Uhrwerk

 

Technische Daten ETA Valjoux 7753

 

 

Automatischer Aufzug mit Kugellager und Rotor

in eine Richtung aufziehend 

 

Höhe des Uhrwerks: 7,9 mm
Durchmesser: 30 mm
Zugfeder: Nivaflex
Unruh: Glucydur
Stoßsicherung: Incabloc

 

Anzeige:
Minuten, kleine Sekunde
Zähler Chronograph 60 Sekunden / 30 Minuten

 

Chronograph-Mechanismus:
Nocken, 2 Drücker,

Zeigerstellung mit Sekundenstopp

 

Frequenz:
28.800 Halbschwingungen pro Stunde

4 Hz, 27 Rubine

 

Rückersystem:
ETACHRON mit Rückerkorrektur


Typische Gangreserve:

48 Stunden 

 

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